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Abmahnung

AG Hamburg zum voreingestellten Passwort für WLAN-Router

Wie RA Stadler auf internet-law.de berichtet, hat das Amtsgericht Hamburg mit Urteil vom 09.01.2015, Az.: 36a C 40/14, entschieden, dass es keine Pflichtverletzung des Anschlussinhabers darstellt, wenn er das voreingestellte Passwort seines WLAN-Routers weiternutzt, sofern es sich um ein individuelles voreingestelltes Passwort handelt, also eines, das vom Hersteller des Routers nicht standardmäßig für alle Geräte eingesetzt wird.

Das AG Hamburg bestätigt damit, was man schon vermutete, nämlich, dass der BGH in der berühmten Entscheidung “Sommer unseres Lebens” (Urteil vom 12.05.2010, Az.: I ZR 121/08) so zu verstehen ist, dass der Anschlussinhaber seine Sicherungspflichten nur dann mir der Folge der Störerhaftung verletzt, wenn er, trotz eines standardmäßig für alle Router eines Herstellers oder einer Baureihe eingesetzten, mithin unsicheren Passworts, kein individuelles Passwort zum Schutz seines Netzwerks einsetzt. Ist das Passwort vom Hersteller des Routers individualisiert und für jedes Gerät unterschiedlich, ist es konsequenterweise keine Pflichtverletzung, wenn das Passwort nicht geändert wird.

Außerdem geht das AG Hamburg davon aus, dass der Anschlussinhaber nicht für Sicherheitslücken seines Routers haftet, wenn diese Lücke erst nach dem Zeitpunkt der Rechtsverletzung bekannt wurde.

Stand 31. Januar 2015

Rechtsanwalt Dr. Philipp Usadel LL.M.

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